Das Leben stellt manchmal unverhofft Hürden in den Weg und Menschen geraten in schwierige Situationen.
Wir alle wissen darum und fast jede und jeder von uns hat schon einmal einen schwierigen Lebensmoment erlebt, bei dem ein unterstützendes Wort und eine hilfreiche Hand segensreich war.
Die Idee auf den Punkt gebracht: Freiwillige begleiten Menschen in schwierigen Lebenssituationen auf einem Abschnitt ihres Weges. Ein arbeitsloser Mann, der sein Selbstvertrauen verloren hat, braucht Unterstützung, um sich wieder bewerben zu können. Eine ältere Frau, die zunehmend das Augenlicht verliert, ist nicht mehr in der Lage, ihre geliebten Spaziergänge ohne Begleitung zu machen. Eine Mutter von drei kleinen Kindern ist auf einmal am Ende mit ihren Kräften. Eine frisch verwitwete Frau ist froh um einen regelmässigen Besuch. Ein Mann, der seit Monaten oder Jahren seine an Demenz erkrankte Lebenspartnerin begleitet, braucht dringend etwas Zeit für sich. Eine in die Schweiz geflüchtete Familie ist dankbar für jemanden, der hilft, im Alltag anzukommen, erklärt, was ein «Finkensack» ist und wie das mit den Abfallvignetten funktioniert. Vielfältig sind die Gründe, warum Menschen sich an die Wegbegleitung Leimental wenden. Zum Teil sind es die Hilfesuchenden selbst, oft auch Angehörige, Seelsorgende und soziale Institutionen in der Region, die anfragen.
Monika Heitz, Stellenleiterin der Wegbegleitung Binningen-Bottmingen, kümmert sich um jede Anfrage, macht die Vorabklärungen und versucht die jeweils geeignete Person für die Begleitung zu finden. Könnten Sie Unterstützung gebrauchen oder kennen Sie jemand. Dann melden Sie sich.
Die Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, die diese Einsätze dann in einem vereinbarten Rahmen leisten, kommen aus den verschiedensten Berufen oder Tätigkeiten und sie stehen in unterschiedlichen Lebensphasen. Sie schenken Zeit und bringen sich mit ihrer Lebenserfahrung und ihren Fähigkeiten ein. Sie werden durch die Kontaktstellen begleitet und erhalten jährlich eine Weiterbildung, einen Austauschabend und einen geselligen Anlass, dazu pro Quartal unterstützend Supervision.
Die Nachfrage nach Wegbegleitung wächst. Wir suchen Menschen, die Freude haben, andere Menschen in schwierigen Lebenslagen eine Zeit lang zu begleiten.
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20 Jahre Wegbegleitung Leimental – Jubiläumsfeier mit Blick zurück und nach vorn
Was 2006 als ökumenisches Projekt – getragen von den Kirchen – begann, ist heute ein etabliertes Angebot für Menschen im Leimental, die in schwierigen Lebenssituationen Begleitung und Entlastung benötigen. Wir feiern den 20. Geburtstag der Wegbegleitung am Freitag, 6. November um 18.30 Uhr in der Kirche und im Kirchgemeindehaus Güggel in Therwil.
Wie alles begann: Vor mehr als 20 Jahren stellten Seelsorgende und engagierte Kirchenmitglieder fest, dass immer mehr Menschen mit Einsamkeit, Überforderung oder persönlichen Krisen leben und für ihre Situation oft kein passendes Unterstützungsangebot besteht. Daraus entstand die Idee einer Vermittlungsstelle, die freiwillige Helferinnen und Helfer mit Menschen zusammenbringt, die Begleitung im Alltag wünschen. Von Anfang an war die Wegbegleitung als Ergänzung zu professionellen Angeboten wie Spitex oder Sozialdiensten gedacht.
Es zeigte sich, dass die Vermittlung und Begleitung der Freiwilligen eine professionelle Koordination erfordert. Deshalb wurde eine Teilzeitstelle geschaffen. Heute leitet Corinne André die Geschäftsstelle. Ihre Vorgängerinnen Gabriele Bröcker und Inge Danke haben die Entwicklung der Wegbegleitung über viele Jahre mitgeprägt.
Mit der Zeit sind sowohl die Organisation als auch die Aufgaben gewachsen. Vor fast drei Jahren kamen mit Binningen und Bottmingen zwei weitere Gemeinden und eine zweite Stellenleiterin, Monika Heitz, dazu. Derzeit sind 34 Freiwillige für die Wegbegleitung Leimental im Einsatz. Sie leisten rund 1200 Stunden ehrenamtliche Arbeit pro Jahr. Sie begleiten Menschen nach Trennungen oder Verlusten, unterstützen Familien mit besonderen Belastungen, besuchen Menschen mit Demenz oder helfen gegen Einsamkeit und soziale Isolation. Auch die Begleitung von Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund gehören heute zu den Aufgaben. Mit dem Engagement von Freiwilligen leistet Wegbegleitung Leimental einen wichtigen sozialen Beitrag für die Region.
Gute Gründe zum Feiern. Im Zentrum des Abends steht ein Podiumsgespräch unter der Leitung von Tobias Dietrich, Leiter der Fachstelle Diakonie Baselland. Gemeinsam mit Gästen werden die Anfänge der Wegbegleitung, ihre Entwicklung sowie die Herausforderungen und Chancen für die Zukunft beleuchtet. Wir freuen uns sehr, dass wir Regierungsrat Thomi Jourdan als Teilnehmer für dieses Gespräch gewinnen konnten. Im Anschluss ans Podium sind alle zu einem Apéro riche eingeladen.
Die Wegbegleitung Leimental freut sich, dieses besondere Jubiläum mit der Bevölkerung, Freiwilligen, Partnerorganisationen und allen Interessierten zu feiern. Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung per Mail bis 26. Oktober an info@wegbegleitung-leimental.ch

